Mittwoch, 30. Oktober 2013
Hattingen setzt Zeichen gegen Rechts - ohne die CDU
Mit der Veranstaltung "Buntes Hattingen" setzt die Stadt ein Zeichen gegen Rechts. Anlass war eine Demonstration von ProNRW gegen den Umbau der Moschee in Hattingen. Die Gegendemo war ein klares Bekenntnis für Toleranz und Offenheit und gegen Rassismus und Vorurteile. ProNRW will sich die Unsicherheiten in der Bevölkerung, die es zweifelsohne auch gibt, zu Nutze machen und griff mit dumpfen Plattitüden und Populismus die in Hattingen lebenden Muslime in Gänze an. Die Gegendemo war also keine Veranstaltung, die sich für den Umbau der Moschee aussprach. Dies ist ein anderes Thema. Am Samstag ging es vor allem darum, die sich mit einem bürgerlichen Anstrich harmlos gebenden ProNRW-Aktivisten in ihre Grenzen zu weisen.

Deswegen war es auch besonders schön, dass sich in Hattingen ein breites Bündnis aus Parteien, Verbänden, Kirchen und anderen gesellschaftlichen Organisationen zusammenfand. Überrascht war ich allerdings von der Nichtbeteiligung der CDU. Nach dem unglücklichen Agieren der Christdemokraten in Sachen Moscheeneubau, hätte man sich doch sehr gewünscht, dass sie zeigen, dass auch sie gegen Intoleranz und Diskriminierung sind - unabhängig von der Moscheefrage.

Auch wenn die versprengte Gruppe der ProNRW-Anhänger ziemlich mickrig wirkte, darf nicht übersehen werden, dass es durchaus einen Nährboden für dieses Gedankengut gibt, was man beispielsweise in den Kommentaren auf den lokalen Seiten der WAZ sehen kann, wo die Anonymität so manchen dazu bringt, die hässliche Fratze des Hasses zu zeigen.

Das Schweigen und die Nichtbeteiligung der CDU kann ich deshalb nur als perfide Taktik verstehen, auf diesen Zug aufzuspringen und sich die Vorurteile und Unsicherheiten in der Bevölkerung zu Nutzen zu machen. Dies entspricht allem Anschein nach einer Tradition in der CDU: Man denke hier an die Formel "Kinder statt Inder" oder die Kampagnen gegen die doppelte Staatsbürgerschaft oder ausländische Straftäter, die allesamt auf Vorurteilen und Klischees aufbauten und Ängste in der Bevölkerung schürten und ausnutzten. Möchte dies die CDU in Hattingen nun auch?

Nur damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich denke, dass eine Diskussion bezüglich des Moscheeumbaus durchaus wünschenswert ist. Eine Diskussion natürlich, die frei ist von Vorurteilen und Intoleranz.

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Montag, 28. Oktober 2013
ProNRW in Hattingen
Was soll man von diesen Menschen halten, die von Stadt zu Stadt ziehen und gegen Moscheen und den Islam Stimmung machen? Von dieser selbsternannten Bürgerbewegung? Ihr Ziel ist die Provokation und die Schürung von Angst, ihre Mittel die Verdrehung von Tatsachen, die Umdeutung von Geschichte und schlichtweg Lügen. Ist es einfach mangelnder Intellekt oder glauben diese Menschen wirklich daran, was sie da erzählen? Erdogan - was immer man von ihm halten mag - als Verschwörer, der in zwei Jahren die Scharia in Hattingen einführen will? Mein Eindruck ist der folgende: Es gibt bei ProNRW durchaus einige Personen, die verstehen, welchen hanebüchenen Unsinn sie sich dort zusammendichten. Diese Menschen geilen sich allerdings an der Aufmerksamkeit auf, die ihre Provokationen, ihr Populismus, ihr Rassismus erzeugen. Und dann gibt es dort jene Menschen, die sich täuschen lassen, die die Lügen und Halbwahrheiten glauben. Diese Menschen müssen wir erreichen.

"Buntes Hattingen" organisierte sich in den Wochen vor der ProNRW-Demo aus Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und anderen Organisationen aus der Mitte der Gesellschaft heraus. "Die Bürgerbewegung sind wir!" war bei der Gegenkundgebung am Untermarkt in Hattingen zu hören. Die Provokationen haben auch wirklich viele BürgerInnen bewegt und das kann uns freuen. Unsere Verantwortung, unsere Aufgaben enden aber nicht mit dem Weiterziehen der ProNRW-Agitatoren. Wenn Populisten versuchen, Menschen über scheinbar einfache Erklärungen und Hetze á la ProNRW zu gewinnen, müssen wir dagegen halten, aufklären und Vertrauen zurückgewinnen. Diese Aufgabe müssen wir ebenso geschlossen und mit vereinten Kräften angehen, wie schon die Aktion am vergangenen Samstag.

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Sonntag, 27. Oktober 2013
Verantwortung im Spitzensport
Sport ist auf der ganzen Welt beliebt. Sei es nun Fußball, Basketball, Eishockey oder allgemein: sportliche Großereignisse, wie die Olympischen Spiele. Quer durch alle Kulturen und Schichten werden SportlerInnen geachtet und respektiert. SportlerInnen haben also Einfluss, ihnen wird zugehört. Doch warum wird dies nicht ausgenutzt, um auf wichtige politische und gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss zu nehmen. Ich meine dabei nicht, dass Sebastian Schweinsteiger etwas zum Betreuungsgeld sagen soll. Mir geht es eher um allgemeine Fehlentwicklungen, wie Rassismus und Intoleranz gegenüber Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft oder Religion.

Na klar. Es gibt, um beim Beispiel Fußball zu bleiben, die von oben gesteuerten "Nein zu Rassismus"-Kampagnen u.Ä. Aber individuelle Äußerungen und Kommentare fehlen oftmals. Wo sind hier die Ecken und Kanten? Unterlassen SportlerInnen dies aus Angst, damit Werbepartner zu vergraulen? Warum erheben Sie nicht Ihre Stimme, wenn Menschen diskriminiert werden. Ein gutes und aktuelles Beispiel sind hier die Olympischen Spiele in Sotschi, Russland. Die Diskriminierung von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen nimmt hier in den letzten Jahren stark zu. Doch man hört kaum kritische Stimmen aus dem Spitzensport. Das ist bedauerlich.

Dies gilt sicherlich nicht weniger für die Spitzenfunktionäre im Sport, gleichwohl sie natürlich weniger bekannt sind, haben sie doch einen viel stärkeren Einfluss - beispielsweise auf die Vergabe von Großereignissen. Hier spielt das Geld aber sicherlich noch eine größere Rolle, wie man an den immer wieder aufkommenden Korruptionsvorwürfen bei der FIFA sieht.

Anerkennung und Einfluss bringen aber auch Verantwortung mit sich. Sich dieser einfach zu entziehen, ist schlichtweg feige. Meines Erachtens folgt aus Können auch die Verantwortung, diese Fähigkeiten und die damit verbundene Aufmerksamkeit, auch einzusetzen. Sei es nun im Sport oder in einem anderen Bereich.

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